Zukunft der Philatelie im Jahre 2035

 

In der Februar-Ausgabe der Zeitschrift “philatelie” habe ich diesen Artikel veröffentlichen dürfen, in dem ich meine Vision der Zukunft der Philatelie im Jahre 2035 beschrieben und erläutert hatte. Inzwischen wurde dieser Artikel auch auf Englisch übersetzt und ebenfalls in der letzten Ausgabe des “The GBPS Newsletter” (GBPS = Great Britain Philatelic Society) veröffentlicht.

Bei der Redaktion der “philatelie” sind jetzt einige Leserbriefe zu diesem Artikel eingetroffen und veröffentlicht worden. Genau diese Diskussion sollte in Gang gebracht werden; daher habe ich mich sehr über diese Reaktionen gefreut auch wenn einige recht heftig ausgefallen sind und selten den Kern der eigentlichen Aussagen behandelt haben.

Ich musste dieses Thema verkürzt und komprimiert darstellen, was einerseits Fehlinterpretationen ermöglichte und andererseits auch dazu führte, dass Gedankengänge nicht zu Ende geführt werden konnten. Berechtigter Weise wurde natürlich auch bemängelt, dass ein Lösungsvorschlag/Konzept gefehlt hat. Dies war zunächst für einen zweiten Teil vorgesehen. Da ich aber die Philatelie nicht tot reden möchte sondern mir “wiederbelebende Aktionen” wünsche, kann man hier bereits meine Ideen für ein Zukunfts-Konzept nachlesen.

Hier finden Sie meine Reaktionen und Antworten zu den veröffentlichen Leserbriefen und Meinungen. Sobald weitere Texte veröffentlicht werden, werde ich diese Kommentare ergänzen.

Es gab vorwiegend kritische Stimmen, die einzelne Aspekte meiner Darstellung interpretiert oder regelrecht seziert hatten und fast alle vermuteten eine negative Grundstimmung bei mir.

Ich habe mich wirklich sehr über die Tatsache dieser vielfältigen Reaktionen gefreut. Ich glaube nämlich, bei allen, den Wunsch nach einer Zukunft der organisierten Philatelie erkannt zu haben.

Je mehr Kommentare aber dann hinzu kamen, desto weniger wurde auf einzelne konkrete Aspekte meiner Aussagen Bezug genommen. Fast alle bezweifeln pauschal den von mir prognostizierten Wandel – weil nicht sein kann, was nicht sein darf -; von der sehr großen Anzahl meiner Annahmen und den daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen wurden aber weniger als eine Handvoll thematisiert. Schade.

Mein gesamter Artikel bestand aus nur 8.800 Zeichen und wurde daher aus dem Ursprungs-Text von mir auf weniger als 25% reduziert. Selbst der langjährig geübte Autor und Redakteur Wolfgang Maassen hat 6.600 Zeichen für eine Kritik benötigt, die nur einen geringen Anteil der relevanten Aspekte an der Oberfläche behandelt hat.

In der Verkürzung ist offensichtlich viel Inhalt und Begründung verloren gegangen.

Wie von fast allen bemängelt, gibt es nur die traurige Darstellung der von mir erwarteten Zukunft aber keine Idee für Verbesserungen. Diese Konzepte lagen aber bereits vollständig vor und wurden auch schon mit einigen Fachleuten diskutiert. Eine Veröffentlichung war jetzt noch nicht vorgesehen.
Der erste Artikel sollte die Diskussion eröffnen, damit man Ergebnis-offen zu neuen Erkenntnissen kommt.
Jetzt zeigt sich aber, dass eine Vision zum Beurteilen ebenfalls hilfreich wäre. Auf einem gesonderten Link wird dieses Konzept – für mich somit bereits viel mehr als eine Vision – vorgestellt.

Ich werde zunächst sachliche Aspekte, Meinungen und Kritiken behandeln. Zum Schluss muss ich allerdings Personen-bezogene Behauptungen von Herrn Maassen gegen meine Sichtweise der Wahrheit spiegeln.

Zitate werden in „“ gesetzt und um das Namenskürzel (z.B. MKL für Manfred Klimmeck) ergänzt. Die Liste der Namen folgt zum Ende.


„Der Autor beschäftigt sich in aller Breite über die fast ausschließlich wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Philatelie ….“
„Außerdem ist das Menschenbild, das Herr Klimmeck zeichnet, nämlich den nur nach Gewinn strebenden Sammler von Briefmarken, mehr als armselig. „
(ADS)

Die vermeintliche Reduzierung auf kommerzielle Aspekte ist einer der wesentlichen Kritikpunkte an meinen Ansichten. Da hierdurch aber die Eckdaten bestimmt werden und somit auch die Aktions-Optionen für die Zukunft, muss ich hier intensiv nachschärfen.

„wirtschaftliche Auswirkungen“ führen nach meiner Auffassung zur Verhaltensänderung von Marktteilnehmern, die eine Nutzenmaximierung anstreben. Für Auktionshäuser, Zeitschriften-Verlage, Versandhandel, Katalog-Hersteller, Werbetreibende und Messen besteht diese Nutzenmaximierung nun einmal in der Optimierung von Umsatz und Gewinn. Wenn Umsatz und Gewinn geringer werden, weil der einzelne Sammler nicht mehr bereit ist, die entsprechenden Beträge für Waren und Dienstleistungen auszugeben oder weil die Anzahl dieser Sammler sinkt, werden kumulativ Umsatz und Gewinn reduziert. Alle hier erwähnten Marktteilnehmer werden darauf hin ihr Verhalten sowie Angebot und Nachfrage anpassen.

Wenn nur noch Ganzsachen gesammelt werden und keine losen Einzelmarken mehr, dann verändert dies nicht die Freude durch die philatelistische Beschäftigung bei den Sammlern, wohl aber das Angebot der rein-kommerziell orientierten Marktteilnehmer. Bestimmte Album-Arten würden z.B. vom Markt verschwinden und andere verstärkt angeboten werden.

Es steht außer Frage, dass die Beschäftigung mit der Philatelie für die große Masse der „Freizeitsammler“ bereits einen ausreichenden Gegenwert für die aufgewendeten Kosten darstellt. Angenommen – und dies ist wirklich nur eine Zahl ohne empirische Erkenntnis -, dass 10% aller Sammler Mitglied im BDPh seien, betrachten wir einen Gesamtmarkt von ca. 320.000 Sammlern. Gehen wir davon aus, dass maximal die gleiche Anzahl in nicht dem BDPh angeschlossenen Vereinen aktiv sind, wie im BDPh, handelt es sich um 64.000 Vereins-Sammler.
Der überwiegende Teil des Restes wird über das Stadium des „Bilder-Sammeln“ nicht hinausgekommen sein. Für mich gibt es keine zwei-Klassen Philatelie und die Freude am Sammeln ist hier mindestens genauso intensiv vertreten. Diese Sammler gehören aber nicht zur Zielgruppe vieler Anbieter, da sie nur wenig zu deren Lebensunterhalt beitragen. Diese gehen nicht als Käufer auf Messen und zu Ausstellungen und werden auch nicht Anbieter oder Nachfrager auf Auktionen sein.
Deren Ansammlung stellt i.d.R. keinen Verkaufs- und somit keinen Vererbungswert dar. Es ist unwahrscheinlich, dass ein ausreichend großer Teil hiervon, die Begeisterung an die nächste oder übernächste Generation weitervermitteln wird.
Ein Ausstellung-Philatelist wird nur in Ausnahme-Fällen ein Neuheiten-Abonnement bestellen. So sollte nachvollziehbar sein, dass für diesen Anbieter-Kreis die Kundschaft schlichtweg stirbt.
Wenn hierdurch 80% des „Massenkonsums“ wegbringt, hat dies Auswirkungen auf lokale Händler und Anbieter von Zubehör. Ohne Nachfrage wird es kein Angebot geben.
Dies führt zu einer Konzentration auf der Händler-Seite und somit zu weniger Ständen auf Messen und weniger Anzeige-Einnahmen in Publikationen. Dass dies ebenfalls eine logische Auswirkung auf andere philatelistische Anbieter haben wird, erscheint mir zwingend.

Sie bezeichnen ein Menschenbild, eines nur nach Gewinn strebenden Sammlers (und hiermit meinen Sie wohl nur den kommerziellen Gewinn) als armselig. Hier haben Sie wiederum Recht, nur ist dies nicht mein Menschenbild. Zumindest wollte ich dies nicht so rüber bringen.
Richtig ist aber, dass ich die Auffassung vertrete, dass jeder, auch ein Briefmarken-Sammler, einen persönlichen Nutzen anstrebt.

Er ist z.B. in Vereinen vertreten, wegen der Kommunikation, der Möglichkeit, sich auszutauschen und auch um seine Schätzchen zu zeigen. Dies setzt aber voraus, dass man dort Gleichgesinnte findet. Wenn man sich die Artikel in der Philatelie ansieht sowie die Themen der Arbeitsgruppen und davon ausgeht, dass diese sich an der Nachfrage orientieren, stellt man eine gewisse Konzentration auf Themengebiete fest und andere Gebiete werden weniger behandelt. Die Sammler dieser anderen Gebiete werden aus dem BDPh austreten – wie ich dies tat – und sich vermehrt in Internet-Foren zu Wort melden oder eigene Vereine gründen. Die Auflage der Philatelie sinkt und somit die Haupteinnahmen-Quelle Anzeigen. Dies sind doch alles logische Kausal-Zusammenhänge.

Für Auktion-Häuser als andere Marktteilnehmer zählen nur Kunden mit einem Jahres-Umsatz von mehreren 1.000 Euro (zumindest gibt es eine definierte Untergrenze). Die Zukunft dieser Wirtschaftsunternehmen hängt aber am Wunsch der Kunden zu kaufen und zu verkaufen.
Sehen wir mal von den Personen ab, für die Geld kein knappes Gut darstellt, konkurriert der Erwerb von Briefmarken für die meisten mit dem Erwerb von anderen Gütern.

Warum strebt man nun den Besitz einer Briefmarke an, wenn die philatelistische Beschäftigung mit einem eingescannten Beleg den gleichen Kitzel bei der Analyse und die gleiche Freude beim Gewinnen von Erkenntnissen erzeugen kann?

Zum einen möchte man seinen Besitz zeigen, z.B. auf Ausstellungen. Wenn das Interesse an Ausstellungen zurückgeht oder zumindest das Interesse anderer an dem eigenen engen Bereich, sinkt der hieraus resultierende Nutzen.

Der Preis, den man zu zahlen bereit ist, richtet sich nach den Kosten während der Nutzung im Verhältnis zur Freude bei der Nutzung. Dieses Verhältnis verbessert sich, wenn man an Ende der Nutzung noch einen Erlös erzielen kann, mit dem z.B. der nächste Erwerb finanziert werden kann. Ob man seine Schätze wieder verkaufen kann und zu welchem Preis hat somit zwingend einen Einfluss darauf, ob und wieviel man kauft.

Wenn man auf Grund der oben beschriebenen Entwicklung und eigener Erfahrungen den Verkauf in Frage stellt, wird man definitiv nicht mehr so viel kaufen, wie bisher.
Wer sich für Briefmarken als solche interessiert, muss die Kosten für sein Hobby in Grenzen halten oder den Nutzen erhöhen. Ebenfalls muss die Anzahl der Menschen erhöht werden, die sich überhaupt für Briefmarken interessieren.

Ich bin wirklich ein begeisterter Sammler. Aber ich gebe mehr Geld für Literatur aus, als für Marken. Wäre ich der Standard, hätten wir einen anderen Markt, obwohl – oder gerade weil – mir die kommerziellen Aspekte relativ egal sind. Nach meinem Menschenbild strebt nicht der „normale“ Sammler nach Gewinn, allerdings alle die anderen Marktteilnehmer.


Die Behauptung des Autors: Vollständigkeit ist kein erstrebenswertes Ziel mehr, ist durch nichts bewiesen (inhaltliche Zusammenfassung von ADS)

Jede meiner Aussagen, die auf die Zukunft gerichtet ist, ist durch nichts bewiesen. Hier stimme ich der Kommentatorin uneingeschränkt zu.

Wenn man die Zukunft aktiv verändern will, muss man allerdings einen Zustand annehmen, um dann die Einfluss-Faktoren auf diesen Zustand zu analysieren.
Sollte Vollständigkeit tatsächlich noch ein Ziel sein, sind einige meiner Annahmen und Schlussfolgerungen somit falsch. Das Gesamtbild muss dann zwar nicht vollständig zerstört aber zumindest korrigiert werden.

In der Philatelie liegt – nach meiner Auffassung – der Reiz der Vollständigkeit doch nicht auf dem Niveau von Fußballer-Bildchen in Panini-Alben. Vollständigkeit herzustellen ist etwas besonderes, auf das man stolz sein kann. Vollständigkeit durch ein langjähriges Neuheiten-Abonnement erzeugt eine andere Art von Freude als das Zusammentragen aller Late-Fee Stempel in London vor 1840.

Wenn ich aber diese Stempel vollständig, sortiert und beschrieben auf Knopfdruck abrufen kann, geht doch der Reiz der Analyse und der sich daran anschließenden Suche und Jagd verloren.

Zumindest mir würde dies so gehen. Aber zum Glück sind die Menschen ja verschieden.


“”Denn er schreibt so, als ob alles, was er ausführt, bewiesene unumstößliche Fakten sein”…”sagt das alsbaldige Ende von Papierpost, Papierkatalogen etc. voraus”;..”Auch das elektronische Buch (E-Book) setzte sich nach einem kurzen Hype nicht durch. Denn Papier ist etwas Sinnliches…” (FHE)

Wie bereits öfters erwähnt, ist auch für mich der Blick in die Zukunft mit einer Unsicherheit verbunden. Dies gilt auch für die konkret erwähnten Aspekte Papierpost, Papierkataloge und eBooks. Lesen Sie heute bestimmte Zeitschriften in digitaler Form und haben Sie vielleicht sogar ein Tablet mit dem Sie in das Internet gehen? Und jetzt gehen Sie bitte 5 Jahre, 10 Jahre und dann 15 Jahre zurück und fragen Sich, wie Sie dies als Prognose zur damaligen Zeit eingeschätzt hätten. Fast alle philatelistischen Fachzeitschriften gibt es heute auch in digitaler Form. Warum? Weil es offensichtlich eine relevante Nachfrage danach gibt.

Ich möchte hier nichts zitieren, was alle selber nachlesen können;  z.B. mit GOOGLE Suche “Briefpost Entwicklung”. Ob das Volumen nun um 3% pro Jahr oder um 6% schrumpft ist für die Grundaussage ohne Belang. Wenn wir das von mir erwartete “Ende der Privatpost” vielleicht nicht mit 0% des heutigen Volumens sondern mit 30% quantifizieren, stimmt man mir ggf. eher zu. Die Konsequenzen sind aber dieselben.

Unter “ebook Marktentwicklung” findet man auch hier objektive Zahlen. Ein Marktanteil von 5% beweist sicher nicht den Untergang des klassischen Buches. Aber auch hier bitte ich um einen Blick 10-15 Jahre zurück. Ich muss allerdings zugeben, dass ich hier mit einem Marktanteil von bereits 30% gerechnet hatte aber man findet zu fast jeder Zahl belegende Statistiken.

Uneingeschränkt gebe ich Herrn Heller aber recht, wenn er die Sinnlichkeit von Papier erwähnt. Für mein Sammelgebiet (Australische Staaten) habe ich zu Hause eine kleine Bibliothek aus mindestens 80 Büchern in gedruckter Form. Es gibt darunter auch sehr teure Exemplare, z.B. limitiert auf 30 Stück und in Känguru-Leder gebunden. Die Freude an diesen taktilen Reizen werde ich auch in 30 Jahren nicht vermissen wollen. Wenn dagegen alle 2-5 Jahre einer neuer Katalog von Michel oder Stanley Gibbons herauskommt, würde ich hier aber eindeutig die digitale Form vorziehen.

 


„Als einziger Heilbringer wird in dem Beitrag die „Social Philately“ gepriesen, da diese angeblich einen „Mehrwert“ bietet. Auch dies ist eine aktuell nicht belegbare Behauptung. Die Philatelie, egal ob traditionell, posthistorisch oder thematisch betrieben, bietet so viele spannende und noch kaum erforschte Möglichkeiten, sich intellektuell zu beschäftigen und so seinen geistigen Horizont zu erweitern. „ (ADS)

Meine Ansicht der Dinge stammt aus meinem Kopf und gilt somit zumindest für mich. Wenn nicht die Mehrheit der zukünftigen Philatelisten auch so denken wird, gehören meine Ideen in den Mülleimer.

Ich gehe davon aus, dass man etwas besonders gerne macht, was man besonders gut macht und umgekehrt. Wenn 95% der Menschen, die ich kenne, die Zahlen von 1 bis 10 fehlerfrei auf ein Blatt Papier schreiben können, wird keiner von diesen 95% hieraus eine Befriedigung beziehen oder eine Mehrwert ableiten.

Wenn ich eine Marke scannen kann und automatisch ein mehrseitiges Dossier über alle Aspekte dieser Marke erhalte, würde ich keine Befriedigung mehr daraus generieren können, wenn ich diese Informationen durch intensive Analyse und Literatur-Recherche dann auch selber zusammenbringe.

Social Philately beschäftigt sich mit Zusammenhängen, die man ermitteln und ableiten muss; diese sind nicht einfach fertig vorbereitet im Internet ablesbar. Hier ist der Mensch aktuell noch besser als ein Computer.

Diese Form der Philatelie ist für mich nicht der Heilsbringer, sondern eines der verbleibenden Bereiche, die noch nicht automatisiert abgerufen werden können und somit eine Zukunft haben werden.


„Wenn das so kommen sollte, dann gibt es künftig viele „künstliche Gold-Exponate“. Wieso? „ (PMÖ)
„Natürlich kann der Aussteller „geklaute“ Abbildungen einbauen ….“ (WMÜ)

Werner Müller ergänzt hier einen Kommentar von Pascal Müller (PMÖ) zu meiner Idee digitaler Ausstellungen.

Mir ist durchaus eingängig, dass die Beschaffung seltener Stücke eine philatelistische Leistung darstellt. Da es bei einem digitalen Exponat niemals nachgewiesen werden kann, ob ein Stück körperlich zum Scan vorgelegen hat, dieses ggf. ausgeliehen wurde oder sogar nur der Scan von jemand anderem verwendet wurde, darf der Aspekt Besitz somit bei der Bewertung von Exponaten dann keine Rolle mehr spielen.

Für mich ich es daher selbstverständlich, dass das Regelwerk für Online-Exponate und deren Bewertung neu erstellt werden muss.

Es ist mir nur nicht einleuchtend, warum die philatelistische Leistung eines 16 jährigen, der sich mit den Abarten von Kap-Dreiecken auseinandergesetzt hatte, niedriger zu bewerten ist, nur weil er nicht die finanziellen Mittel für deren Erwerb aufbringen konnte/wollte.

Ganz im Gegenteil würde dies ein philatelistisches Engagement auf hohem Niveau auch für Einsteiger ermöglichen.

Natürlich bleiben andere Marktteilnehmer, wie Auktionshäuser, hierbei auf der Strecke.


„Die Freizeit ist der elementare „Rohstoff der Philatelie“ und genau diese Ressource hat das „Moderne Leben“ den allermeisten Menschen zu wesentlichen Teilen genommen. Die Betroffenen fallen somit als Nachwuchsphilatelisten aus. „ (CME)

Hier wird ein Aspekt angesprochen, der bei mir gar nicht berücksichtigt wurde, aber extrem wichtig ist.

Ich spreche häufig von dem, was man in der Wissenschaft mit Opportunitäts-Kosten bezeichnet. Entscheide ich mich bei meiner Hochzeit für eine Frau, entscheide ich mich gleichzeitig gegen N-1 Frauen, d.h. gegen alle anderen.

Diese Betrachtung wurde bei mir im Hinblick auf die sinnvolle Verwendung knapper finanzieller Mittel getroffen. Hier kommt die alternative Verwendung freier Zeit-Kontingente hinzu.

Ich bin davon überzeugt, dass auch die Zeit eher für die Ermittlung von Erkenntnissen eingesetzt werde wird, die nicht frei im Internet verfügbar sind als für Allerwelts-Kenntnisse.


„Kurz gesagt, es entwickelte sich die Infrastruktur der Philatelie, wie wir sie heute kennen und gerne bewahren würden. „ (CME)

Hier wurde auf die Entwicklung der Sammler 1860–1878 und deren Einfluss hingewiesen.

Genauso, wie damals die steigende Anzahl der nachfragenden Sammler den Markt verändert hatten, wird in Zukunft die sinkende Anzahl an Sammlern den Markt und dessen Zusammensetzung und Angebot beeinflussen.


„Ich glaube nicht, dass das digitale Zeitalter den Jäger und Sammler in uns vernichten kann. Das steckt zu tief drin, Erwerb und Besitz – auch von weniger wertvollen Gütern – macht Freude. Gerne nehmen wir unseren Besitz in die Hand und betrachten ihn“ (DFR)

Meine beiden Kinder sind fast 30 Jahre alt. Da ich hier bei Vielem eine extreme Veränderung im Verhältnis zum Besitz feststellen konnte, vermute ich dies als Trend für zukünftige Generationen.
Dinge, die man benutzen kann ohne sie zu besitzen, erzeugen durch Besitz keinen Mehrwert. Dies beginnt mit Car-sharing und geht über den Erwerb von eBooks bis zum Streamen von Filmen und Musik.
Es gibt Bücher, die ich gerne in die Hand nehme und somit auch Briefmarken, bei denen der körperliche Besitz Freude bereitet. In jedem einzelne Fall bin ich mir aber diese besondere Ausnahmestellung bewusst.
Bei der Masse oder Füllmaterial ist mir egal, ob sich eine echte Marke oder ein Scan-Ausdruck im Album befindet.
Märkte werden durch die Masse gestalten und nicht durch einzelne.

Der Jäger und Sammler wird bleiben; er wird sich aber auf die verbleibenden ernsthaften Herausforderungen konzentriere. Ein leichtes Ziel – wie die Verfügbarkeit im Netz – schafft definitiv keine Befriedigung mehr.


„Das zwingt die Philatelisten zu einer radikalen Umorientierung gegenüber der Zeit vor 1900. Generalsammler gibt es nicht mehr. „ (ELA)

Auch diese Aussage zeigt genau das, was ich für die Zukunft erwarte und was ich schildern wollte. Änderungen im System führen zu Änderungen beim Sammler. Änderungen beim Sammler führen zu Änderungen im System.


„Aus diesem Grund sollten wir uns heute schon von hohen Mitgliederzahlen unabhängiger machen. „ (CME)

Dies ist eine Aussage in einem der Kommentare eines der Vorsitzenden eines der wirklich großen und bedeutenden lokalen Vereinen.

Hier spiegelt sich genau die Intention meines Artikels – meiner Provokation – wider.

Die Zukunft der Philatelie ist nur schlecht, wenn wir dies zulassen und nichts unternehmen.


 

“Der Aufbau der Sammlung ist zwar nicht für philatelistische Rangausstellungen geeignet, aber ich kann sagen, es macht Spaß.” (AGR)

Hiermit spricht Herr Grenzer ein weiteres Haupt-Anliegen von mir (“weitere Provokation”?) an. Ich bin ein Fan der von mir so getauften LoCoCo-Philatelie (LoCoCo = Low Cost Collection) und möchte mich gegen den “Qualität-Wahn” stemmen, der eben nur in der material orientierten Philatelie zu finden ist. Ich habe oft tausende Marken mit identischem Markenbild zu meinem Sammelgebiet (Australische Staaten; z.B. QUEENSLAND, VICTORIA, NEW SOUTH WALES etc.) in “Papier-Korb-Qualität”. Ich kann aber erfüllte Tage und Wochen damit verbringen, festzustellen, was auf Grund abweichender Perforation, Wasserzeichen oder Stempel eben keine Dublette darstellt, sondern etwas besonderes. Ohne jeglichen Verkaufswert und ohne dass auf einer Ausstellung dafür Punkte vergeben werden würden; aber ich weiß, dass z.B. dieser spezielle Stempel auf dem verschmutzten und eingerissenen Beleg nur drei Wochen gültig war. Für mich waren dies dann erfüllte Zeiten der Recherche.

Genau das ist für mich Philatelie. Dies erfolgt ohne Einsatz großer finanzieller Mittel und führt auch nicht zu Erlösen.

Die “philatelistische Industrie” ist aber an Kauf und Verkauf, Bewertung und Wertsteigerung, Investition und Profilierung interessiert, da nur hierbei Umsätze entstehen. Dies wird sich ändern; nicht aber LoCoCo.


 

“Aprilscherz”, “Provokation”, “Frustration”.. (AGR)

Dies ist eine der vielen Äußerungen, die offensichtlich fragen: “warum macht der Klimmeck sowas?”.

Wenn ich die Entwicklung der Anzahl der Mitglieder des BDPh seit 20 Jahren aufführen würde und annehmen würde, dass sie weiter sinken werden und bereits die 30.000 erreicht haben, würden viele darauf hinweisen, wie viel in den vergangenen Jahren getan wurde und die Hoffnung auf eine Trendwende stets vorhanden ist. Man hat sich stets bemüht; und dabei bleibt es dann.

Natürlich war dies als Provokation gedacht; es sollte Blutdruck und Betroffenheit erzeugt werden; für viele ist die wirtschaftliche Zukunft in Gefahr und dies sollte bewusst werden.

Ich verstehe die Entwicklung der Datenverarbeitung und die daraus abzuleitenden Auswirkungen auf soziales und wirtschaftliches Verhalten; ich habe aber keinen konkreten fundierten Einblick in den Philatelie-Markt in Deutschland. Daher habe ich mich vorher kundig gemacht. Es wurden 450 Einzel-Personen angeschrieben, die bei XING Philatelie als Hobby angegeben hatten. Ca. 100 Antworten kamen zurück und haben z.B. meinen Vorschlag eines Internet-basierten Vereins als den Weg der Zukunft bestätigt. Darauf hin habe ich vor Jahren bereits einen Artikel veröffentlicht (die vielfältigen Links möchte ich hier nicht wiederholen) mit der Kernaussage: “Die Sammler sind nicht gestorben, sie sind nur woanders”. Mit meiner Arbeitsgemeinschaft Philatelie Online (APhO) wollte ich diese dann einsammeln; bisher allerdings ohne Erfolg.

Meine Marktanalyse habe ich im Laufe der letzten drei Jahre den Inhabern/Geschäftsführern zweier der wirklich bedeutsamen Auktionshäuser in Deutschland vorgestellt. Die Grundaussagen wurden nicht nur geteilt, es wurde sogar mitgeteilt, dass man selber bereits derartige Analysen durchgeführt hatte. Das Ergebnis zeigt aber die besondere Problematik der gesamten Situation. Veränderungen kosten Geld und benötigen Zeit, bis positive Effekte zu einer Rückzahlung der Investition führen könnten. Des Weiteren kann der Trittbrett-Fahrer-Effekt nur schwer vermieden werden, wodurch auch die Firmen profitieren, die selber nicht investieren.

Eine Provokation um den Sinne einer Provokation sollte daher ausgeschlossen werden können.

Und was ist mit der Frustration? Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Frustration schreibt: “Eine Frustration ist das Erlebnis eines unfreiwilligen Verzichts auf Erfüllung einer Erwartung oder eines Wunsches.”.  Ich hätte dies nie so formuliert; ab ja, der Autor hat in Bezug auf meine Person vollständig Recht. Ich hätte gerne andere Inhalte und Arbeitsweisen, Werte und Unterstützungen etc. in Vereinen und Verbänden.

Aber aus dieser Art der Frustration schreibt man doch nicht einen derartigen Artikel. Und wie ich bereits erwähnt hatte, war dies ja nicht das erste Mal, dass ich mich öffentlich geäußert hatte.

Auf meiner privaten Webseite kann man meinen Lebensspruch lesen: “ich you will always do what you´ve always done you willl always get what you’ve always got”.  Frustration führt bei mir daher zu einer gewissen Art von Trauer aber vor allem, dazu, dass ich versuche, zu verändern was mir nicht gefällt. Wenn alle, denen die aktuelle Situation nicht gefällt, sich entsprechend äußern würden (und dann natürlich auch die Prügel einstecken müssten), wären wir schon einen großen Schritt weiter.

Frustration ist sicherlich bei vielen gegeben, darf aber nicht zum Rückzug in den Schmollwinkel führen.

 




Von Wolfgang Maassen wurden Kommentare zum Artikel nicht in der philatelie sondern in der PHILA HISTORICA 1/2018 veröffentlicht.

Zunächst Anmerkungen zu seinen fachlichen Kommentaren:

„ Geschichte verläuft stets in größeren Abständen, Gesellschaften ändern sich nicht generell und pauschal von heute auf morgen. Selbst nicht in ihren Konsum- und Kommunikationsgewohnheiten. … Das A-, B- und C-Netz gab es bereits vor 50 Jahren (das analoge C-Netz seit 1984), aber selbst heute hat noch nicht jedes kleine Auto ein eingebautes Autotelefon…„ (WMA)

Eine meiner Kernaussagen war, dass die Geschwindigkeit gesellschaftlicher Entwicklungen in der Vergangenheit nicht mit der in der Gegenwart oder gar in der Zukunft mithalten kann. Die Verbreitung des Autotelefons als Beispiel gegen die zukünftige Nutzung künstlicher Intelligenz anzuführen, ist nach meiner Auffassung nicht valide. Seitdem 95% der Benutzer eines Automobils ein Mobiltelefon dabei haben, gibt es auch keine Nachfrage nach Autotelefonen mehr. Um in seinem Beispiel-Umfeld zu bleiben, bietet sich statt dessen die Vernetzung innerhalb eines Kraftfahrzeuges und des Kraftfahrzeuges mit der Umwelt an. Über eine App können z.B. die Leistungs-Daten (Anzahl PS) temporär erhöht werden. Will man das Wochenende auf der Rennstrecke verbringen, steht die Woche über aber im Stau, kann man 50 oder 100 PS temporär hinzubuchen. Wenn das System eine Störung feststellt, wird nicht nur darauf hingewiesen, sondern ein Termin in der Werkstatt vereinbart und das Ersatzteil bestellt. Dies ist bei einzelnen Modellen bereits aktuell nutzbare Praxis.
Die Abstände gesellschaftlicher Veränderungen werden somit extrem verkürzt.
….

„ Die Verkürzungen Klimmecks sind teilweise unerträglich. Zum Beispiel, wenn er schreibt: „Ein Interesse an der elterlichen Briefmarkensammlung besteht nicht mehr aus Nachahmung, sondern nur noch, wenn ein entsprechender Verkaufswert erwartet wird.“ … ich selbst habe einen Philatelisten als Sohn …. Natürlich spielt Werthaltigkeit eine Rolle, aber diese gemischte Motivation hat stets, also auch in früherer Zeit Bedeutung gehabt.“ (WMA)

Wie Herrn Maassen beglückwünsche ich jeden, der sogar innerhalb der eigenen Familie Interessierte findet. Mir geht es dagegen genau so, wie einem der Kommentatoren, wo die Kinder außer dem Vater keinen anderen Sammler kennen. Aber genau diese gegensätzliche Konstellation bestätigt meine These. Wenn der eigene Vater seit Jahrzehnten seinen Lebensunterhalt mit der Philatelie verdient, daran Freude hat und sogar noch soziale Achtung genießt, ist dies ein funktionierendes Konzept über dass dann auch kritische Jugendliche nachdenken werden. Wenn ein „klassischer“ Philatelist heute 85 Jahre alt und erfolglos versucht, seine Werte zu einem fairen Preis zu veräußern und dessen nicht sammelnde Kinder im Alter von 60 Jahren sowie die nicht sammelnden Enkel im Alter von 35 Jahre bekommen dies mit, wird wohl kaum der Funke überspringen. Auf der einen Seite sehen sie, dass Verkaufserlöse nicht die Motivation sein kann, auf der anderen Seite lesen sie aber in jeder Fachzeitschrift, dass nur höchste Qualität überhaupt sammelwürdig ist. Wenn einer dieser gestandenen 60-jährigen ohne jegliche Kenntnis zu einem Vereinsabend geht, zu einer Messe oder einer Ausstellung; wird er dort bei seinem Kenntnisstand abgeholt oder stört er nur, wenn „Erwachsene“ sich unterhalten? Ich bin ein solcher Anfänger und habe meine Antwort auf diese Fragen. Die 30-jährigen kennen somit gar keine 60-jährigen mehr, die als Vorbild gelten könnten. Für diese Generation gibt es auch kein Zufalls-Erbe mehr, da ja bereits deren Eltern nicht mehr sammeln. Die Freude an der Philatelie zu erben ist ein Einzelfall und Glücksfall und wird nicht die Zukunft der Märkte beeinflussen. Aus dem Gewinnstreben könnte aber das Interesse an der fachlichen Kompetenz erwachsen und diese wiederum führt zu emotionaler Befriedigung außerhalb des Kommerziellen. Ohne kommerzielle orientierte Motivation wird es weiterhin glückliche Sammler geben aber die Märkte werden wegbrechen, die bisher die Infrastruktur am Leben erhalten.
……

„ Oder: „Das Angebot an Papier-gebundenen Publikationen und Katalogen wird bereits innerhalb von zehn Jahren eingestellt werden.“ – Einen größeren Unfug habe ich nur vor sieben Jahren gelesen, … Wie die Wirklichkeit aussieht, wissen wir selbst. “ und führt als Beleg an, dass es heute immer noch gedruckte Zeitschriften gibt. (WMA)

Die DBZ, BMS, Michel-Rundschau gibt es bereits seit einiger Zeit online. Auch viele ausländische Fachzeitschriften sind digital erhältlich. Sogar die letzten 40 oder mehr Jahre der Philatelie gibt es auf einem USB-Stick. Wer heute 85 Jahre alt ist, konnte sein Leben weitestgehend ohne EDV bestreiten; Menschen, die im Jahre 2035 das Alter von 85 haben, kennen dagegen nichts anders.
Wenn man die reduzierten Produktions-Kosten gegenüber den Print-Exemplaren an die Kunden weiterreichen würde oder die extrem günstigen Zeitschriften-Flat-Rates stärker bekannt werden, werden diverse Wälder nicht abgeholzt.
Herr Maassen hat hier einen sehr konkreten Einblick und ich habe dagegen nur eine vage Idee. Trotzdem erlaube ich mir, zu behaupten, dass viele Einnahmen vertraglich an der Höhe der Auflage gebunden sind und die Anzahl von Downloads nicht in den Verträgen zu finden ist.

Solange dieses Problem nicht gelöst ist, wird es Print-Medien geben aber nur noch genau so lange.
…..

„ Zu glauben, Prüfer der Zukunft brauchen eine Marke nicht mehr in die Hand zu nehmen, der Computer nimmt ihnen alle Aspekte der Echtheitsbestimmung ab, ist wohl mehr als übertrieben, – zumindest, was die nächsten 20 Jahre angeht.“ (WMA)

Auch hier bin ich bei meinen Überlegungen auf Vermutungen angewiesen, da ich weder selber als Prüfer aktiv war noch jeweils einem Prüfer bei der Arbeit zugeschaut habe.
Wie stellt sich nun Klein-Fritzchen, bzw. Klein-Manfred einen Prüfungs-Vorgang vor?
Es gibt Material, welches zweifelsfrei echt ist. Ein Prüfer versucht nun möglichst viele relevanter Kriterien möglichst objektiv mit dem Vorlage-Stück zu vergleichen und wird im Anschluss daran die gefundenen Abweichungen interpretieren und bewerten.
Als objektive Kriterien gelten die Maße von Design, Zähnung, Wasserzeichen, Stempel-Durchmesser, Buchstabenhöhe etc. . Wer jemals im Ultraschall gesehen hat, wie die Größe von Organen bei Embryos vermessen werden, wird nicht daran zweifeln, dass diese Fähigkeit bereits besteht.
Natürlich muss auch das Design bis ins Detail passen. Ich sammle Queensland und weiß, wovon ich spreche. Jedes simple Foto-Tool auf dem PC ist in der Lage über Gesichts-Erkennung alle Fotos zu einer Person herauszusuchen. Es gibt ausreichend Programme, die Vögel oder Pflanzen nach einem Foto identifizieren. Auch diese Kategorie ist somit trivial.
Ebenso trivial ist das Bestimmen von Stempeln oder Nummern, auch wenn diese nur bruchstückhaft vorhanden sind. Wenn ich ein Kreissegment des Stempels von 0,5 cm Länge vorfinde, fällt es mit schwer, zu bestimmen, ob der Durchmesser 24mm oder 24,5mm beträgt. Dies ist aber kein Problem für den Computer.
Zu all diesen einfachen und heute schon verfügbaren Analysen von Scans kommt die Verwendung von Datenbanken. Bestimmte Nummern kommen nur in bestimmten Stempeltypen und oder bestimmten Größen etc. vor. Ein Prüfer hat hierfür seine Literatur, der Computer hat die Datenbank.
Da ich selber noch nicht in der Lage bin, von allen Marken das Wasserzeichen prüffähig zu scannen, sehe ich hier noch 2-3 Jahre vor uns.
Die Analyse, die ein Prüfer vornimmt, kann bereits heute maschinell vorgenommen werden. Für den zweiten Schritt – die Beurteilung von Abweichungen – müssten zuvor Datenbanken gefüllt werden. Dies ist aber nur ein Problem des Wollens und nicht des Könnens.
…..

„ die in Form von Portalen und Blogs miteinander kommunizieren, dann denke ich eher an „Märchenstunde“ als an absehbarer Wahrscheinlichkeit. Dies hat ja auch der Rückblick auf den von mir beschriebenen Beispielsverein verdeutlicht, dass…“ (WMA)

Wissen Sie, warum es Märchen gab? Es ist interessant, dies einmal nachzulesen.
Ich bin dankbar und froh für jeden funktionierenden Verein mit Zukunft, den jemand als Beispiel anfügen kann.
Sind in diesen „Referenz-Vereinen“ 80%, 60% oder vielleicht doch nur 5% der deutschen Philatelisten organisiert?
Wer den Blick vor der Realität verschließt, beraubt sich der Möglichkeit, angemessen und zielorientiert zu agieren.
Dies gilt natürlich auch für mich.
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„ Anzunehmen, dass ausschließlich Internet-basierte Vereine die Struktur der Zukunft seien, ist ebenso unwahrscheinlich. Trotz 20 Jahren Internet hat sich in der Philatelie bisher kein solcher Verein gegründet,..“ (WMA)

Vor einigen Jahren habe ich einen Artikel über die Arbeitsgemeinschaft Philatelie Online (APhO) deren Konzept vorgestellt. Details findet man unter (dem Versuch) www.ephilatelie.de.
Im Jahre 2014 habe ich die Forschungs-Gemeinschaft Australien (FGA) gegründet, die dann später in International Collectors Society for Australasian Philately (ICSAP) unter www.icsap.australianstamps.de umbenannt wurde.
Wir agieren ausschließlich per Internet, incl. Hauptversammlungen und Satzungsänderungen etc., da dieser Verein ansonsten nicht existenzfähig wäre.
Da wir aber nicht mehr im BDPh sehen, werden wir ggf. nicht als „Verein“ angesehen.
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„ Last but not least gehe ich kurz noch auf die Fortschrittsgläubigkeit des Autors Klimmeck an das alleinseligmachende Wesen „Internet“ ein, bei dem man ja angeblich alles – und dies auch noch umsonst – bekommt. Auch solche Aussagen sind doch Nonsens, denn die Wirklichkeit heute sieht anders aus. Und Industrie, Großfirmen und namhafte Institutionen machen uns deutlich, wenn man gute Leistung oder gute Produkte haben will, dann muss man dafür zahlen.“ (WMA)

Ich bin alles andere als fortschrittsgläubig aber ich bin informiert und ignoriere nicht die Änderungen, die sich ergeben werden. An diesen Änderungen besteht nicht die Spur eines Zweifels.
Von mir wurde festgestellt (!!!), dass solche Angebote zwingend „kostenlos“ sein müssen. Natürlich war ich nicht so naiv und unwissend, das Wort „umsonst“ zu verwenden. Ich hoffe, dass allen der Unterschied klar ist.
Niemand muss einen Geldbetrag überweisen, um diese Leistungen nutzen zu können. Aber man wird sich registrieren müssen und ggf. werden Cookies auf seinem Rechner abgelegt etc.
Auf jeden Fall wird der Anbieter erfahren, wofür man sich interessiert und seine Online-Werbung zielgenau platzieren.
Dieses Prinzip gibt es z.B. bei Google, natürlich kostenlos aber nicht umsonst, genauso wie bei Amazon oder facebook. Die amerikanischen Senatoren hatten bei der Anhörung von Marc Zuckerberg dessen Geschäftsprinzip auch nicht verstanden.
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Dies war der philatelistische Teil.
Leider muss ich hier auch Aussagen von Herrn Maassen zu meiner Person richtigstellen, da ich in seiner Publikation dafür keine Möglichkeit erhalte.

„ Allerdings kannte ich bereits den Tenor, denn der Autor hatte mir den Beitrag bereits vor Jahren für die Zeitschrift „philatelie“ zur Veröffentlichung angeboten. Ich hatte diesen damals abgelehnt, weil ich fand, dass es dafür besser geeignete Foren (z.B. Internet- oder Tagungsforen mit Diskussionsmöglichkeiten) gab, außerdem mir die Darstellung völlig einseitig, teils falsch und nicht selten verkürzend erschien.“ (WMA)

Seit vielen Jahren mache ich mir Gedanken über verschiedene Aspekte und habe immer versucht, diese über die „offiziellen“ Kanäle zu veröffentlichen.
Dieser Beitrag wurde niemals angeboten (da er auch erst ganz frisch entwickelt wurde), was mir Herr Maassen auch im nachfolgenden Schriftverkehr bestätigte.
Angeboten wurde eine Beitrag über die Gründung internet-basierter Vereine (APhO, siehe oben).
D.h. Herr Maassen bestätigt die Kenntnis eines solchen Vereines, was er in seinem Kommentar aber verneint.
….

„ Manfred Klimmeck Zukunftsschau dürfte vielleicht der Wunsch zugrunde gelegen haben, sich in der „philatelie“ als Zukunftsmanager, als eine Art Unternehmensberater für die kommenden 20 Jahre zu profilieren. So wie er auf seiner eigenen Webseite einen „Investment-Club“ bewirbt, den man auf http://klimmeck.de/investment-club nachlesen kann.“ (WMA)

Lieber Herr Maassen, da jeder der lesen kann, sich mit einfachsten Mitteln (XING etc.) über meine berufliche Laufbahn und mein Alter etc. informieren kann, habe ich kein Verständnis für diese Unterstellung.
Ich gehe im nächsten Jahr in Rente – daher betreibe ich den ganzen Zirkus ja – und wenn ich noch Aufgaben übernehme, dann erfolgt dies ehrenamtlich.
Des Weiteren muss ich mich nicht mehr profilieren, da meine berufliche Laufbahn genug Profil hinterlassen hat. Neben der Tätigkeit ein verschiedenen Unternehmens-Beratungen war ich 18 Jahre lang für einen börsen-notierten Pharma-Konzern für die gesamte IT in Europa verantwortlich.
Was das Ganze mit einem Investment-Club zu tun hat, kann ich nicht nachvollziehen.
Neben vielen Internet-Seiten betreibe ich auch die Seite www.klimmeck.de . Da ich nicht wie ein Blinder von der Farbe sprechen möchte, erwerbe ich auch praktische Kenntnisse. Auf dieser Seite – die außer Herrn Maassen keiner besucht – probiere ich den Umgang, mit HTML-Elementen, WORDPRESS-Funktionen, PHP-Programmen etc. etc.
Es ist schon richtig, dass ich mich freuen würde, einen Investment-Club zu gründen. Dies hätte dann aber den Charakter einer Tipp-Gemeinschaft. Ich biete hier nicht die Fonds-Verwaltung für andere an.
Aber, da man dies alles dort nachlesen kann, muss man dies nicht in ein falsches Licht rücken.
Selbstverständlich sehe ich mich als Zukuftsmanager der deutschen Philatelie. Wenn sie nämlich keine Zukunft mehr hatte, fände ich dies ganz persönlich extrem schade….
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„Bereits hier verwechselt er – und dies gleich zweimal – Vereine mit Verbänden, denn weder der BDPh noch der VPhA sind Vereine!“ (WMA)

Auch diese Aussage kann ich nicht in einen Zusammenhang mit meinen Ansichten zur Zukunft der Philatelie bringen; außer dass vielleicht meine Kompetenz und/oder Glaubwürdigkeit in Frage gestellt werden soll. Meine geringe Kompetenz, was die Strukturen und Abläufe in der organisierten Philatelie angeht, habe ich nie in Frage gestellt, meine hohe Kompetenz bzgl. der technologischen Entwicklung und deren Auswirkungen auf das menschliche Verhalten allerdings auch nicht.

Der BDPh ist als e.V. im Vereinsregister mit der Nummer VR 8015 gelistet.
Auch der Verband Philatelistischer Arbeitsgemeinschaften e.V. (VPhA) ist gelistet.

Da Sie, sehr verehrter Herr Maassen, bestimmt über minimale rechtliche Grundkenntnisse verfügen, wissen Sie, dass es sich juristisch gesehen in beiden Fälle um einen Verein handelt.

Also, was soll das Ganze?

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Namenskürzel:
ADS: Angelika Dunda-Schubert
AGR: Axel Grenzer
CME: Carsten Meckbach
DFR: Detlef Fränkel
ELA: Eberhard Lange
FHE: Frithjof Heller
GNI: Günter Nicolai
HNI: Hans-Jürgen Nike
MKL: Manfred Klimmeck
PMÖ: Pascal Möller
WMA: Wolfgang Maassen
WMÜ: Werner Müller

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